Die neue Evangelisierung  

und die heilige Liturgie

Fünf Wunden am liturgischen mystischen Leib Christ

 

Vortrag von Athanasius Schneider, Weihbischof der Erzdiözese der Heiligen Maria in Astana (Kasachstan) bei der 4. Versammlung der Vereinigung "Reunicatho" in Paris am 15. Januar 2012.  (Der vollständige Text befindet sich gleich unten).    

 

 

"Das II. Vatikanische Konzil hat im Hinblick auf eine Liturgiereform folgende 6 Prinzipien gegeben:

 

1.  Das Menschliche, das Zeitliche, die Aktivität müssen während der Liturgiefeier auf das Göttliche, das Ewige, auf die Kontemplation ausgerichtet sein und diesen gegenüber eine untergeordnete Rolle haben (vgl. Sacrosanctum Concilium, 2).

 

2.  Während der Liturgiefeier soll das Bewußtsein gefördert werden, daß die irdische Liturgie an der himmlischen Liturgie teilhat (vgl. Sacrosanctum Concilium, 8).

 

3.  Es sollen grundsätzlich keine Neuerungen, also keine Neuschöpfungen in den liturgischen Riten und vor allem im Meßritus erfolgen, es sei denn, daß ein wahrer und sicherer Nutzen für die Kirche das verlangt und daß man mit Behutsamkeit vorgeht und daß eventuelle neue Formen organisch aus den bestehenden herauswachsen (vgl. Sacrosanctum Concilium, 23).

 

4.  Die Riten der Meßfeier sollen so sein, daß das Heilige klarer zum Ausdruck kommt (vgl. Sacrosanctum Concilium, 21).

 

5.  Die lateinische Sprache soll in der Liturgie und vor allem in der heiligen Messe erhalten bleiben (vgl. Sacrosanctum Concilium, 36 und 54).

 

6.  Der gregorianische Gesang hat in der Liturgie den ersten Platz (vgl. Sacrosanctum Concilium, 116)."

 

Die Väter des II. Vatikanischen Konzils verstanden ihre Reformvorschläge als Fortsetzung der Reform des heiligen Pius X. (vgl. Sacrosanctum Concilium, 112 und 117) und des Dieners Gottes Pius XII. und haben in der Tat in der Liturgiekonstitution am meisten die Enzyklika "Mediator Dei" von Papst Pius XII. zitiert."

 

Papst Benedikt XVI hat im Brief an alle Bischöfe der katholischen Kirche, welcher dem Motu proprio "Summorum Pontificum" vom 7. Juli 2007 beigefügt war, folgende Aussage gemacht: 

"In der Liturgiegeschichte gibt es Wachstum und Fortschritt, aber keinen Bruch. Was früheren Generationen heilig war, bleibt auch uns heilig und groß."

 

Bischof A. Schneider stellt in seinem Vortrag fest, dass die 6 Prinzipien des II. Vatikanischen Konzils in der Regel nicht oder nicht genügend erfüllt sind. "Es gibt einige konkrete Aspekte in der überwiegenden heutigen liturgischen Praxis im ordentlichen Ritus, welche einen echten Bruch mit einer über ein Jahrtausend konstant währenden liturgischen Praxis der Kirche darstellen. Es handelt sich um folgende fünf liturgische Bräuche, welche man gleichsam als die fünf Wunden am liturgischen mystischen Leib Christi bezeichnen kann."

 

Diese fünf Wunden - so führt weiter der ehrwürdige Herr Bischof fort - stellen einen gewaltigen Bruch mit der Vergangenheit dar. Sie bringen den Opfercharachter des Meßopfers weniger zum Ausdruck, stattdessen stellen sie den Mahlcharakter in den Vordergrund. Die äußeren Zeichen der göttlichen Anbetung wurden vermindert, weil eben der Charakter des Mysteriums, des Himmlischen und Ewigen wenig zum Ausdruck gebracht wird. Bei diesen fünf Wunden handelt es sich (mit Ausnahme einer Wunde - der Neuschöpfung der Offertoriumsgebete) eher um eine schlechte Mode. 

 

 

1. Die erste Wunde ist die Feier des Meßopfers, bei der der Priester mit dem Gesicht zu den Anwesenden hin zelebriert.

 

2. Die zweite Wunde ist die Handkommunion.

 

3. Die dritte Wunde sind die neuen Opferungsgebete.

 

4. Die vierte Wunde ist das völlige Verschwinden der lateinischen Sprache.

 

5. Die fünfte Wunde ist die Ausübung der liturgischen Dienste des Lektors und des Akolythen seitens der Frauen und die Ausübung derselben Dienste in Zivilkleidung durch das Hinzutreten in den Altarraum während der Heiligen Messe direkt aus den Plätzen, wo sich die Gläubigen befinden.   

 

Achtung! 

Wegen der Wichtigkeit und Präzision des Textes - ist es sehr empfehlenswert, den ganzen Text genau und ohne Eile - am besten auch mehrfach zu lesen. Wenn man bedenkt, dass Bischof Athanasius Schneider ohne Zweifel zu den wenigsten Stimmen gehört, die diese Problematik ansprechen - muss man feststellen, dass seine Stimme besonders wichtig und ehrenvoll ist und verdient, weit verbreitet zu werden. Sein Wort ist das Wort der Tradition. Das Wort in der Einheit mit unserem emeretierten Heiligen Vater Papst Benedikt XVI. 

 

 

Der vollständige Text befindet sich in der 4. Ausgabe von Dominus Vobiscum und wurde Ihnen dank freundlicher Genehmigung von Frau Monika Rheinschmitt zur Verfügung gestellt. 

 


Weihbischof Athanasius Schneider

 

 

 

 

DOMINUS VOBISCUM  

Katholisches Magazin für Tradition und Kultur 

  

Herausgegeben wird die Zeitschrift von der Laienvereinigung für den klassischen römischen Ritus in der Katholischen Kirche e.V. (Pro Missa Tridentina) in enger Zusammenarbeit mit dem katholischen Onlinemagazin Kathnews.
 

  

 

 

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und bringt Opfer für die Sünder, denn viele Seelen kommen in die Hölle, weil sich niemand für sie opfert und für sie betet." 


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Maria, hilf uns, die Gefahr des Bösen zu überwinden. Noch einmal zeige sich in der Geschichte der Welt die unendliche Macht der erbarmenden Liebe. Dass sie dem Bösen Einhalt gebiete! Dass sie die Gewissen verwandle! In deinem Unbefleckten Herzen offenbare sich allen das Licht der Hoffnung! 

Johannes Paul II. in Fatima, 13. Mai 1982    

  

Am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren.

    

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